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8. April 2026Atemtherapie-Übungen bei Asthma
Atemtherapie-Übungen bei Asthma können helfen, die Atmung bewusster zu steuern, Luftnot besser einzuordnen und den Alltag mit Asthma zu erleichtern. Sie ersetzen jedoch keine ärztlich verordnete Therapie, sondern ergänzen sie sinnvoll.
Asthma betrifft in Deutschland Millionen Menschen und gehört weiterhin zu den häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen. Aktuelle Leitlinien und Fachgesellschaften betonen auch 2025 und 2026, dass neben Medikamenten Schulung, Selbstmanagement und gezielte Atemtechniken wichtig sind. Genau hier setzen Atemtherapie-Übungen bei Asthma an: Sie unterstützen den Umgang mit Beschwerden, fördern Körperwahrnehmung und können Belastungssituationen besser kontrollierbar machen.
- Atemtherapie ergänzt die medizinische Asthmabehandlung, ersetzt sie aber nicht.
- Bewährte Übungen sind Lippenbremse, dosierte Ausatmung, atemerleichternde Positionen und Zwerchfellatmung.
- Studien und Leitlinien zeigen, dass Atemtraining Symptome, Lebensqualität und Kontrolle verbessern kann.
- Wichtig ist die richtige Anwendung: ruhig, regelmäßig und möglichst symptomfrei üben.
- Im Alltag helfen kurze Routinen, etwa vor Belastung, bei Stress oder nach Hustenepisoden.
Was sind Atemtherapie-Übungen bei Asthma?
Atemtherapie umfasst gezielte Techniken, mit denen Menschen ihre Atmung besser wahrnehmen und steuern lernen. Bei Asthma geht es vor allem darum, die Ausatmung zu erleichtern, unnötige Anspannung zu reduzieren und in belastenden Momenten Ruhe zu bewahren.
Internationale Empfehlungen wie die GINA-Leitlinie und deutschsprachige Fachleitlinien sehen nichtmedikamentöse Maßnahmen als sinnvolle Ergänzung. Atemübungen werden besonders dann relevant, wenn Betroffene bei Stress, Anstrengung oder Infekten zu flacher, schneller Atmung neigen. Eine 2020 im Cochrane-Review ausgewertete Evidenz deutet darauf hin, dass Atemübungen die Lebensqualität verbessern und Symptome verringern können, auch wenn die Effekte auf Lungenfunktionswerte uneinheitlich sind.
Warum können Atemtechniken bei Asthma unterstützen?
Asthma ist durch eine chronische Entzündung der Atemwege, variable Verengung der Bronchien und eine erhöhte Reizbarkeit gekennzeichnet. In akuten oder stressreichen Phasen kommt häufig eine ungünstige Atemweise hinzu: schnelle Atemzüge, Hochatmung über Brust und Schultern oder hektisches Einatmen.
Genau hier setzen Atemtherapie-Übungen bei Asthma an. Sie helfen, die Ausatmung zu verlängern und die Atemhilfsmuskulatur sinnvoll einzusetzen. Das kann das Gefühl von Kontrolle verbessern. Fachgesellschaften weisen zudem darauf hin, dass Selbstmanagement-Programme mit Atemschulung die Asthmakontrolle im Alltag unterstützen können. Laut Robert Koch-Institut zählen chronische Atemwegserkrankungen weiterhin zu den häufigen gesundheitlichen Belastungen in der Bevölkerung; edukative Maßnahmen bleiben daher relevant.
Welche Atemübungen werden bei Asthma häufig empfohlen?
Wie funktioniert die Lippenbremse?
Die Lippenbremse ist eine der bekanntesten Techniken. Dabei wird durch die Nase eingeatmet und mit locker aufeinanderliegenden Lippen langsam ausgeatmet, als würde man eine Kerze nicht ausblasen, sondern nur sanft flackern lassen.
- Aufrecht sitzen oder leicht nach vorne geneigt stehen
- Ruhig durch die Nase einatmen
- Lippen locker schließen, kleine Öffnung lassen
- Länger aus- als einatmen
- Keinen Druck aufbauen
Diese Übung kann helfen, die Atemwege während der Ausatmung stabiler zu halten. Besonders bei beginnender Luftnot empfinden viele Betroffene sie als entlastend.
Was bringt die Zwerchfellatmung?
Bei der Zwerchfellatmung liegt der Fokus auf einer ruhigen Bauchatmung statt auf angespannter Hochatmung. Eine Hand liegt auf dem Bauch, die andere auf dem Brustkorb. Beim Einatmen hebt sich vor allem die Bauchdecke leicht, beim Ausatmen sinkt sie wieder.
Diese Form der Atmung kann Spannungen reduzieren und die Atemwahrnehmung verbessern. Sie eignet sich besonders in ruhigen Übungsphasen, nicht erst im akuten Anfall.
Welche Körperhaltungen erleichtern die Atmung?
Atemerleichternde Positionen sind ein zentraler Teil praktischer Atemtherapie-Übungen bei Asthma. Typisch sind der Kutschersitz oder das Abstützen der Arme im Stehen. Dadurch wird der Schultergürtel stabilisiert, sodass Atemhilfsmuskeln effektiver arbeiten können.
- Im Sitzen die Unterarme auf den Oberschenkeln abstützen
- Im Stehen die Hände auf einen Tisch oder die Oberschenkel stützen
- Schultern bewusst sinken lassen
- Mit Lippenbremse kombinieren
Wie lassen sich Atemübungen sicher in den Alltag einbauen?
Am sinnvollsten ist regelmäßiges Üben in beschwerdearmen Phasen. So werden die Abläufe vertraut und stehen in angespannten Situationen schneller zur Verfügung. Viele therapeutische Konzepte arbeiten mit kurzen Einheiten von 5 bis 10 Minuten, ein- bis zweimal täglich.
- Übung in ruhiger Umgebung beginnen
- Bequeme, atemerleichternde Haltung einnehmen
- 2 bis 3 Minuten Naseneinatmung und verlängerte Ausatmung üben
- Bei Bedarf Lippenbremse ergänzen
- Übung beenden, sobald Schwindel oder Unwohlsein auftritt
Wichtig ist die medizinische Einordnung: Bei akuter schwerer Luftnot, pfeifender Atmung oder fehlender Besserung gelten der persönliche Asthma-Notfallplan und die ärztlich verordneten Medikamente. Atemübungen sind dann unterstützend, aber nicht ausreichend.
Aus unserer therapeutischen Arbeit wissen wir, dass Betroffene besonders von klaren, einfachen Routinen profitieren. Deshalb werden Informationen zu Bewegung, Atmung und alltagsnahen Übungen bei uns grundsätzlich verständlich und strukturiert vermittelt, ohne die individuelle ärztliche Behandlung zu ersetzen.
Wie sehen typische Alltagssituationen aus?
Was hilft vor körperlicher Belastung?
Ein typisches Beispiel ist Treppensteigen bei kalter Luft. Hier kann es helfen, vorab das Tempo zu reduzieren, die Schultern zu lockern und einige ruhige Atemzüge mit verlängerter Ausatmung zu machen. Wer belastungsinduziertes Asthma kennt, orientiert sich zusätzlich an der ärztlichen Medikation.
Was hilft bei stressbedingter Atemenge?
Viele Menschen berichten, dass Stress die Atmung schneller und flacher macht. In solchen Momenten können Zwerchfellatmung, Lippenbremse und eine abstützende Haltung helfen, die Situation besser zu regulieren. Das ist besonders relevant, weil psychische Anspannung und Asthma-Symptome sich gegenseitig verstärken können.
Was ist bei Kindern und älteren Menschen zu beachten?
Bei Kindern sollten Übungen spielerisch, kurz und leicht verständlich sein. Ältere Menschen profitieren oft von sehr klaren Bewegungs- und Atemanweisungen sowie von einer Kombination aus Atemtechnik, Mobilisation und Pausenmanagement. Entscheidend ist immer, die Übungen an Belastbarkeit und Asthma-Schweregrad anzupassen.
Wann ist professionelle Anleitung sinnvoll?
Wenn Unsicherheit besteht, Luftnot häufig auftritt oder die Übungen Beschwerden auslösen, ist therapeutische oder medizinische Anleitung sinnvoll. Das gilt auch nach Infekten, bei zusätzlicher COPD, bei ausgeprägter Angst vor Atemnot oder wenn die Körperwahrnehmung stark eingeschränkt ist. Gut angeleitete Atemtherapie-Übungen bei Asthma sind in solchen Fällen oft deutlich alltagstauglicher als unspezifisches Ausprobieren.
Wesentlich ist die Kombination aus Wissen, regelmäßiger Übung und realistischer Selbsteinschätzung. Atemtherapie kann Asthma nicht heilen, aber sie kann den Umgang mit Symptomen verbessern, Belastung planbarer machen und die eigene Sicherheit im Alltag stärken. Besonders hilfreich sind einfache Techniken wie Lippenbremse, Zwerchfellatmung und atemerleichternde Positionen, wenn sie ruhig und konsequent eingeübt werden.

